ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein gerät in der Halbzeitpause des Spiels Deutschland gegen Australien zu stark in Verzückung. Für Miro Klose sei sein Tor »ein innerer Reichsparteitag« gewesen.
Das soll nun eine mittelgroße Empörungswelle ausgelöst haben, wie “Welt Online” hyperventilierend berichtet.
Über eine alltägliche Redewendung, um einen besonderen Triumph zu beschreiben, ein Gefühl von Schadenfreude oder die Genugtuung, es allen gezeigt zu haben, kann man doch nicht ernsthaft darüber diskutieren, dass der öffentliche Gebrauch der Formulierung einen Nazi-Skandal darstellt?!
Für “Welt Online” ist das natürlich nicht genug des Skandals, nun muss auch noch Eva Herman dafür herhalten:
"Besonders erstaunlich scheint Müller-Hohensteins Entgleisung vor dem Hintergrund, dass erst unlängst eine Moderatorinnenkollegin mit Vergleichen zu Hitlers Herrschaft für einen Skandal und in der Folge ihre Entlassung gesorgt hatte: Die frühere Nachrichtensprecherin Eva Herman hatte den Umgang der Nationalsozialisten mit Werten wie Kinder, Mütter, Familien und Zusammenhalt, “als das, was gut war” charakterisiert."
Interessant ist dabei die Tatsache, dass anscheinend bei eigener Verwendung der Floskel kein Grund besteht, die Nazikeule herauszuholen:
“Welch innerer Reichsparteitag muss es jenem englischen Journalisten gewesen sein, dem damals die Bezeichnung “Bum-Bum-Boris” einfiel (…).”
(“Welt”, 15. Dezember 2000)
“Dort überall kreuzt nämlich die ganze Julian-Clique auf (…) – bis sie dann alle Mann hoch ihren inneren Reichsparteitag in Gorleben, als Gegner der Castor-Transporte natürlich, erleben. ”
(“Welt”, 19. Februar 2005)
“Tja, der vergangene Sonntag war den ehemaligen SED-Politikern, die sich heute in der Linken versammeln, ein innerer Reichsparteitag.”
(“Welt”, 30. Januar 2008)
Na Hauptsache, die Klickraten erhöhen sich dank des Pseudoskandals auf der Daten"Autobahn"...
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